Hoja de repaso: Lager- und Kommissionierungssysteme verstehen

📋 Kursübersicht

  1. Klassifizierung von Lagerungsarten
  2. Klassifizierung der Kommissionierung
  3. Organisatorische Bausteine der Kommissionierung
  4. Aufteilungs-, Bearbeitungs- und Bewegungsstrategien
  5. Bewegungsstrategien in der Ebene
  6. Bewegungsstrategien in der Regalwand
  7. Entnahmestrategien und Belegungsstrategie
  8. Leergutstrategie und Entsorgung
  9. Gestaltung von Kommissionierarbeitsplätzen
  10. Automatisierung und Robotik im Lager
  11. Gestaltung und Dimensionierung von Lager
  12. Spielzeiten: Definition und Ermittlung

📖 1. Klassifizierung von Lagerungsarten

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Lagerungsarten : Lagerungsarten sind unterschiedliche Formen, wie Güter im Lager räumlich und organisatorisch abgelegt und bereitgestellt werden.
  • Klassifizierung : Klassifizierung ist die systematische Einteilung von Lagerungsarten nach festgelegten Merkmalen, um Auswahl und Planung zu erleichtern.
  • Bereitstellung : Bereitstellung beschreibt, wie Ware für die Kommissionierung bereitgestellt wird, also ob sie vorab verfügbar ist oder erst im Prozess entsteht.
  • Bewegung : Bewegung bezeichnet, wie sich der Kommissionierer oder das System während der Kommissionierung räumlich bewegt.
  • Entnahme : Entnahme ist die Phase, in der die Ware aus dem Lagerplatz aufgenommen wird.

📝 Wesentliche Punkte

  • Die Klassifizierung der Kommissionierung nutzt Merkmale wie Bereitstellung, Bewegung, Entnahme und Abgabe, um das Vorgehen einzuordnen.
  • Beispiel Pick-by-Light: Bereitstellung erfolgt statisch, also ohne vorherige dynamische Bewegung der Bereitstellung.
  • Beispiel Pick-by-Light: Bewegung ist eindimensional, da die Kommissionierung im Gang/Zone erfolgt und keine Bewegung nach oben vorgesehen ist.
  • Beispiel Pick-by-Light: Entnahme ist manuell, d. h. die Ware wird durch eine Person aufgenommen.
  • Beispiel Pick-by-Light: Abgabe ist dezentral, also erfolgt die Übergabe an mehreren Stellen statt an einer zentralen Stelle.
  • Aufteilen (Aufbauorganisation) kann einzonig oder mehrzonig sein, wobei mehrzonig den Kommissioniervorgang in Zonen teilt (z.B. gekühlt/nicht gekühlt, Großteile/Kleinteile).

💡 Eselsbrücke

Merksatz: B-B-E-A = Bereitstellung–Bewegung–Entnahme–Abgabe; dazu Aufbau: einzonig vs. mehrzonig.

📖 2. Klassifizierung der Kommissionierung

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Einzonig : Einzonig : Der Kommissioniervorgang findet in nur einer Zone statt, sodass alle Fächer derselben Zone zugeordnet sind.
  • Mehrzonig : Mehrzonig : Der Kommissioniervorgang wird in mehrere Zonen aufgeteilt, und ein Kommissionierer entnimmt nur aus den Fächern seiner Zone.
  • Einstufige Kommissionierung : Einstufig : Artikel werden separat für jeden Kundenauftrag entnommen, sodass pro Kommissioniergang nur ein Kundenauftrag im Fokus steht.
  • Mehrstufige Kommissionierung : Mehrstufig : Artikel werden gemeinsam für mehrere Kundenaufträge entnommen und erst danach auf die Kundenaufträge sortiert.
  • Gleichzeitige Bearbeitung : Gleichzeitig : Mehrere Kommissionierer bearbeiten denselben Entnahmeauftrag parallel, wodurch die Bearbeitungszeit des Auftrags sinken kann.

📝 Wesentliche Punkte

  • Mehrzonig nutzt unterschiedliche Techniken/Strategien je Bereich, z.B. gekühlt vs. nicht gekühlt oder Großteile vs. Kleinteile.
  • Mehrzonig erfordert eine spätere Konsolidierung der Artikel aus verschiedenen Zonen, was Koordinations- und Sortieraufwand erhöht.
  • Mehrstufig reduziert Kommissionierzeiten, weil Artikel für mehrere Kundenaufträge gemeinsam entnommen werden.
  • Mehrstufig verlangt eine spätere Sortierung der gemeinsam entnommenen Artikel auf die einzelnen Kundenaufträge.
  • Gleichzeitige Bearbeitung verkürzt die Durchlaufzeit des Entnahmeauftrags durch parallele Kommissionierung.
  • Gleichzeitige Bearbeitung erfordert eine Konsolidierung, weil mehrere Kommissionierer parallel Teile liefern.

💡 Eselsbrücke

Mehrzonig = Zonen trennen → später zusammenführen; Mehrstufig = gemeinsam holen → später sortieren; Gleichzeitig = parallel arbeiten → später konsolidieren.

📖 3. Organisatorische Bausteine der Kommissionierung

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Einzonige Kommissionierung : Organisatorische Anordnung, bei der alle Entnahmefächer in einer Zone liegen und damit grundsätzlich in einem Rundgang erreichbar sind.
  • Einstufige Kommissionierung : Kommissionierform, bei der ein Entnahmeauftrag mehrere Kundenaufträge enthalten kann, Artikel aber separat entnommen und erst später zusammengeführt werden.
  • Gleichzeitige Bearbeitung : Strategie, bei der ein Entnahmeauftrag auf mehrere Kommissionierer aufgeteilt wird, die parallel entnehmen und anschließend zusammenführen müssen.
  • Auftragsorientierte Kommissionierung : Kommissionierprinzip, bei dem die Abwicklung nach Kundenaufträgen erfolgt und mehrere Aufträge gleichzeitig bearbeitet werden können.
  • Artikelorientierte Kommissionierung : Kommissionierprinzip, bei dem die Abwicklung nach Artikeln erfolgt und Artikel aus verschiedenen Aufträgen in einer zweiten Stufe zusammengeführt werden.

📝 Wesentliche Punkte

  • Bei einzonig-einstufig-gleichzeitig werden alle Fächer in einer Zone entnommen, der Entnahmeauftrag wird parallel auf mehrere Kommissionierer verteilt und danach zusammengeführt.
  • Ein Entnahmeauftrag kann mehrere Kundenaufträge umfassen, dennoch werden die Artikel separat entnommen, was eine spätere Zusammenführung erfordert.
  • Auftragsorientierte Kommissionierung entspricht einer einstufigen Serienkommissionierung mit mindestens 2 Aufträgen gleichzeitig.
  • Artikelorientierte Kommissionierung entspricht einer zweistufigen Serienkommissionierung, bei der die erste Stufe artikelbezogen arbeitet.
  • Organisatorische Bausteine umfassen die Festlegung von Reihenfolge und Wegen, wie Mitarbeiter oder Maschinen einen Entnahmeauftrag abarbeiten.
  • Ziel der Bewegungs-/Entnahmestrategie ist die Minimierung der Wegzeiten durch geeignete Routenwahl.

💡 Eselsbrücke

Einzonig = eine Zone, einstufig = getrennte Artikel, gleichzeitig = mehrere Hände → danach Zusammenführung.

📖 4. Aufteilungs-, Bearbeitungs- und Bewegungsstrategien

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Kommissioniertour : Eine Kommissioniertour ist eine Rundreise, die die Entnahmestellen (E/A) und alle Kommissionierfächer in einer Reihenfolge verbindet.
  • Travelling-Salesman-Problem : Das Travelling-Salesman-Problem ist die Modellierung einer Rundreise durch mehrere Punkte mit dem Ziel, die Gesamtstrecke zu minimieren.
  • Durchlaufstrategie : Die Durchlaufstrategie ist eine Bewegungsform, bei der der Mitarbeiter die Gänge systematisch durchläuft, um Artikel zu entnehmen.
  • Stichgangstrategie : Die Stichgangstrategie ist eine Bewegungsform, bei der der Mitarbeiter nacheinander in Gänge hineingeht und danach zur gleichen Regalseite zurückkehrt.
  • Midpoint-Strategie : Die Midpoint-Strategie ist eine Bewegungsstrategie, bei der der Bereich in zwei Hälften geteilt wird und Entnahmen je Hälfte von unterschiedlichen Gangenden aus erfolgen.

📝 Wesentliche Punkte

  • Das Rundreisendenproblem ist mit heutigen Rechnern lösbar, verursacht aber weiterhin hohen Rechenaufwand.
  • Trotz Lösbarkeit spricht gegen die Praxis, dass die berechneten Wege für den Kommissionierer oft unintuitiv sind und dadurch Zeit kosten.
  • Unintuitive Wege erhöhen den Orientierungsaufwand und führen beim Mitarbeiter zu Stress.
  • Bei mehreren Kommissionierern sind kreuzende Wege wahrscheinlich.
  • Durchlaufstrategie ohne Gangauslassung: Der Mitarbeiter durchläuft jeden Gang.
  • Durchlaufstrategie mit Gangauslassung: Der Mitarbeiter durchläuft nur die Gänge, in denen mindestens ein Artikel zu entnehmen ist.

💡 Eselsbrücke

TSP = „Tour mit Stress“: rechnerisch lösbar, aber Wege oft unintuitiv → Zeitverlust & Stress.

📖 5. Bewegungsstrategien in der Ebene

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Midpoint-Strategie : Bewegungsstrategie, bei der der Bereich in zwei Hälften geteilt wird und Entnahmen je Hälfte vom jeweils zugehörigen Gangende aus erfolgen.
  • Largest-Gap-Strategie : Bewegungsstrategie, bei der der erste und letzte Gang vollständig durchlaufen werden und für die übrigen Gänge die größte Lücke zwischen Entnahmefächern nicht befahren wird.
  • Quergänge : Bauelemente im Gangsystem, die zusätzliche Verbindungen schaffen und dadurch Wegeflexibilität für Transporte und Kommissionierung erhöhen.
  • Feste Kommissionierzonen : Organisationsform, bei der Kommissionierzonen räumlich fixiert sind und Aufträge in der zugewiesenen Zone abgearbeitet werden.
  • Bucket Brigades : Kommissionierprinzip, bei dem Zonen nicht fix sind, sondern sich durch die gemeinsame Abarbeitung und Weitergabe von Aufträgen zwischen Kommissionierern ergeben.

📝 Wesentliche Punkte

  • Midpoint-Strategie: Entnahmen in der hinteren Hälfte werden vom rückseitigen Gangende aus erreicht, Entnahmen in der vorderen Hälfte vom vorderen Gangende aus.
  • Midpoint-Strategie: Nur der erste und der letzte Gang werden komplett durchlaufen; die übrigen Gänge werden nicht vollständig abgefahren.
  • Largest-Gap-Strategie: Für jeden Gang mit Entnahmefach werden Distanzen zwischen je zwei Entnahmefächern sowie zwischen erstem bzw. letztem Entnahmepunkt und Gasseneckpunkt ermittelt.
  • Largest-Gap-Strategie: Die größte Distanz (Largest Gap) wird nicht gelaufen, während der erste und letzte Gang mit Entnahmefach komplett durchlaufen werden.
  • Largest-Gap-Strategie: Die Bereichsteilung ist variabel, weil die Entscheidung über die ausgelassene Lücke aus den gemessenen Distanzen pro Gang folgt.
  • Quergänge: Durch ihre Einführung steigt die Wegeflexibilität, z.B. durch Abkürzungsmöglichkeiten bei Durchlaufstrategie, um selten angeforderte Ware im hinteren Block zu erreichen.

💡 Eselsbrücke

Midpoint: „Mitte teilen“ (vorn/vorn, hinten/hinten), Largest-Gap: „größte Lücke auslassen“, Quergänge: „Abkürzen“, Bucket Brigades: „Eimerkette“ (Weitergeben).

📖 6. Bewegungsstrategien in der Regalwand

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Einfachspiel : Einfachspiel ist eine Bewegungsabfolge, bei der eine Ladeeinheit vom E/A-Punkt zum Entnahmefach gebracht und anschließend wieder abgegeben wird, ohne Rückfahrten für Rücklagerungen.
  • Auslagerspiel : Auslagerspiel ist eine Bewegungsabfolge mit Leerfahrt vom E/A-Punkt zum Entnahmefach, Aufnahme der Ladeeinheit und Lastfahrt zurück zum E/A-Punkt zur Abgabe.
  • Doppelspiel : Doppelspiel ist eine Bewegungsabfolge, bei der nach der Abgabe am Einlagerfach eine Leerfahrt zum Entnahmefach erfolgt und danach erneut zum E/A-Punkt zurückgefahren wird.
  • n-Streifenstrategie : n-Streifenstrategie ist eine Regalwandaufteilung in mehrere horizontale Streifen, deren Entnahmen nacheinander abgearbeitet werden.
  • Belegungsstrategie : Belegungsstrategie ist die Zuordnung zwischen Lager- bzw. Bereitstellungsplätzen und den Waren, die zu einem Entnahmeauftrag gehören.

📝 Wesentliche Punkte

  • Beim Einfachspiel werden i.d.R. Durchlaufstrategien ohne Gangauslassung umgesetzt, um den Ablauffluss zu unterstützen.
  • Beim Auslagerspiel entstehen längere Leerfahrten, um die Ein- bzw. Auslagerleistung zu steigern.
  • Beim Doppelspiel wird der Leerfahrtenanteil reduziert, um die Durchsatzleistung zu erhöhen.
  • Bei Teilentnahmen sind Rücklagerungen nötig, wodurch das Einfachspiel ohne Vorteil bleibt.
  • Bei der n-Streifenstrategie sind übliche Streifenzahlen 2 oder 4, und die Entnahmen werden streifenweise nacheinander abgearbeitet.
  • Wegzeitbestimmende Abstände zwischen Entnahmefächern sollen möglichst nicht in z-Richtung liegen, da dort die Lagergeräte langsamer sind.

💡 Eselsbrücke

n-Streifen: Streifenweise arbeiten und z vermeiden, weil dort die Geschwindigkeit sinkt.

📖 7. Entnahmestrategien und Belegungsstrategie

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Entnahmestrategie : Entnahmestrategie : legt fest, welche Waren aus mehreren Lagerplätzen für einen Entnahmeauftrag zuerst entnommen werden.
  • Belegungsstrategie : Belegungsstrategie : bestimmt, wie Lagerplätze mit Warenarten und ggf. Ladeeinheiten so belegt werden, dass Entnahme und Kommissionierung effizient laufen.
  • FIFO : FIFO : Entnahme der zuerst eingelagerten Waren, um Alterung zu vermeiden und Mindesthaltbarkeitsdaten einzuhalten.
  • LIFO : LIFO : Entnahme der zuletzt eingelagerten Waren, wobei die Lagerart (z.B. Kanallager) die Reihenfolge begünstigt.
  • NINO : NINO : Entnahme der am nächsten zum Einlagerungs- und Entnahmepunkt bzw. zur Basis eingelagerten Waren zur Wegminimierung.

📝 Wesentliche Punkte

  • Entnahmestrategien setzen voraus, dass eine Warenart mehrere Plätze im System besitzt.
  • Mögliche Ziele sind Minimierung der Wege, bessere Raumausnutzung, gleichmäßiger Umschlag und Vermeidung von Blockierungen beim Zugriff.
  • FIFO verhindert Überalterung und berücksichtigt das Mindesthaltbarkeitsdatum sowie Chargen- bzw. Sequenzvorgaben in Produktionsprozessen.
  • LIFO kann Umlagerungen vermeiden, wenn die Lagerart dies prinzipbedingt unterstützt (z.B. Kanallager).
  • NINO reduziert Wege, indem bevorzugt nahe zur Basis bzw. zu Einlagerungs- und Entnahmepunkten liegende Bestände entnommen werden.
  • Restmengenbevorzugung bedeutet, dass Anbruchmengen einer Warenart zuerst entnommen werden, sodass im System nur eine Anbruchmenge verbleibt.

💡 Eselsbrücke

FIFO = „first raus“ gegen Verderb; LIFO = „last raus“ bei Kanälen; NINO = „nearest raus“ für kurze Wege.

📖 8. Leergutstrategie und Entsorgung

📖 9. Gestaltung von Kommissionierarbeitsplätzen

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Technikunterstützung beim Kommissionieren : Technikunterstützung bezeichnet den abgestuften Einsatz von Hilfsmitteln, um den Kommissionierprozess in mehreren Teilphasen zu erleichtern.
  • Kommissionierprozess : Der Kommissionierprozess ist der Ablauf im Distributionszentrum, der Aufträge zusammenstellt und damit die höchste Komplexität im Distributionsbetrieb trägt.
  • Manuelle Einlegearbeit : Manuelle Einlegearbeit ist das meist menschlich ausgeführte Einlegen der Ware in das Versandgut trotz Automatisierung anderer Schritte.
  • Automatisierte Vorbereitung und Abtransport : Automatisierte Vorbereitung und Abtransport umfasst die häufig maschinelle Bereitstellung sowie das Abtransportieren und Verschließen des Versandguts.
  • Dark Warehouse : Dark Warehouse ist ein (nahezu) vollautomatisiertes Lagerkonzept, das ohne Personalbetrieb auskommen soll und stark auf Vernetzung und Robotik setzt.

📝 Wesentliche Punkte

  • Der Kommissionierprozess gilt als der komplexeste Teil im Distributionszentrum.
  • Der Kommissionierprozess kann je nach Bedarf mit unterschiedlichem Technikeinsatz unterstützt werden.
  • Vorbereitung sowie Abtransport und Verschließen des Versandguts werden häufig automatisiert.
  • Das Einlegen der Ware in das Versandgut erfolgt meistens manuell.
  • Typische Problemfelder sind Auftragseinlastung, Mitarbeitersteuerung, fehlende Flächen in der Konsolidierung, Flexibilität bei Auftragsänderungen sowie Leistungsengpässe der Ver- und Entsorgung bei Spitzenlast.
  • Vollautomatisierte Lager können die Lichtverhältnisse minimieren, da das Lager menschfrei ist und durch vernetzte Roboter betrieben wird.

💡 Eselsbrücke

Kommissionieren = „höchste Komplexität“: Automatisiere Vorbereitung/Abtransport, lasse Einlegen meist manuell, plane Engpässe bei Spitzenlast.

📖 10. Automatisierung und Robotik im Lager

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Robotik im Lager : Robotik im Lager bezeichnet die Übernahme eng definierter Lager- und Distributionsaufgaben durch technische Systeme statt durch Menschen.
  • Menschenleeres Lager : Menschenleeres Lager meint den vollständigen Verzicht auf Mitarbeitende im Betrieb, der aktuell in der Praxis noch nicht erreicht ist.
  • Spielzeit : Spielzeit ist die Zeitdauer eines genau definierten, sich ständig wiederholenden Bewegungsablaufs im Lager- und Distributionsprozess.
  • Durchsatz : Durchsatz ist die Leistungsgröße, die angibt, wie schnell ein System arbeitet, und wird als Kehrwert der Spielzeit beschrieben.

📝 Wesentliche Punkte

  • Robotik ist besonders unter außergewöhnlichen Bedingungen wie Kälte oder Dunkelheit einsetzbar, weil Aufgaben dann automatisiert werden können.
  • Aktuell werden in der Praxis immer mehr eng abgegrenzte Aufgaben durch Robotik übernommen, aber menschenleere Lager sind noch nicht realisiert.
  • Die Spielzeit dient zur Systemauswahl, zur Dimensionierung und zum Vergleich von Alternativen sowie zur Planung von Leistungssteigerungen.
  • Der Durchsatz ist gleich dem Kehrwert der Spielzeit, sodass kürzere Spielzeiten direkt höhere Durchsatzwerte bedeuten.
  • Spielzeiten können ermittelt werden durch Simulation, Messung oder Mittelwertberechnung mit Systemen vorbestimmter Zeiten wie MTM; Mittelwerte erfordern zusätzlich Worst-Case-Betrachtungen.
  • Bei der Simulation wird das System als Modell abgebildet und mit zufälligen oder ausgewählten Entnahmeaufträgen betrieben, wobei signifikante Ergebnisse sichergestellt werden müssen.

💡 Eselsbrücke

Spielzeit bestimmt Durchsatz: Kehrwert-Regel—kurz = schnell.

📖 11. Gestaltung und Dimensionierung von Lager

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Basiszeit : Basiszeit ist die Zeit, die bei der Kommissionierung anfällt, ohne von der Anzahl der Positionen abzuhängen.
  • Totzeit : Totzeit ist die je Position am Entnahmeort anfallende Zeit, die neben der physischen Materialbewegung benötigt wird.
  • Greifzeit : Greifzeit ist der Zeitanteil für die physische Bewegung eines Artikels innerhalb einer Position, vom Aufnehmen bis zum Ablegen.
  • Wegzeit : Wegzeit ist der Zeitanteil für die Bewegung des Kommissionierers oder der Ladeeinheiten während der Kommissionierung.
  • Mittlere Anzahl zu besuchender Gänge : Die mittlere Anzahl zu besuchender Gänge NN ist die erwartete Zahl der Gänge, die für eine Bestellung durchlaufen werden müssen.

📝 Wesentliche Punkte

  • Die Spielzeit für die Kommissionierung setzt sich aus Zeitanteilen zusammen, wobei Basis-, Tot-, Greif- und Wegzeit getrennt betrachtet werden.
  • Totzeit umfasst Tätigkeiten wie Lesen, Suchen, Zählen, Quittieren und Korrigieren am Entnahmeort.
  • Greifzeit umfasst die physische Materialbewegung aller Artikel einer Position, also Aufnehmen, Bewegen und Ablegen.
  • Wegzeit bezieht sich auf die Bewegung des Kommissionierers bzw. der Ladeeinheiten und nicht auf Ladeeinheiten auf dem RFZ eines AKL.
  • Für die Dimensionierung gilt NN als mittlere Anzahl zu besuchender Gänge und nn als Anzahl der Kommissionierpositionen.

💡 Eselsbrücke

Basis–Tot–Greif–Weg: erst „Vorbereitung“, dann „am Platz“, dann „anfassen“, zuletzt „laufen“.

📖 12. Spielzeiten: Definition und Ermittlung

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Mittlere Weglänge : Die mittlere Weglänge ist die durchschnittliche zurückgelegte Wegstrecke eines Auftrags im Lager- bzw. Kommissioniergang.
  • Mittlere Auftragswegzeit : Die mittlere Auftragswegzeit ist die durchschnittliche Zeit, die für die Wegstrecke eines Kommissionierauftrags benötigt wird.
  • Stichgangstrategie ohne Gangwiederholung : Die Stichgangstrategie ohne Gangwiederholung ist eine Kommissionierstrategie, bei der ein Gang nur einmal befahren wird.
  • Durchlaufstrategie mit Gangauslassung : Die Durchlaufstrategie mit Gangauslassung ist eine Strategie, bei der Stirnseitenwege genutzt werden und bestimmte Gänge übersprungen werden.

📝 Wesentliche Punkte

  • Die mittlere Wegzeit wird aus der mittleren Weglänge und den Bewegungsparametern Geschwindigkeit vv sowie Beschleunigung bb ermittelt.
  • Für die Stichgangstrategie ohne Gangwiederholung ergibt sich eine mittlere Wegzeit über die Gang- und Fachanzahl mit der Form LGML_GM und BGMBGM im Ausdruck.
  • Für die Stichgangstrategie ohne Gangwiederholung gilt für die mittlere Weglänge LN=L(N)L_N=L(N) und damit tN=LNv+(2x+n+1)vbt_N=\frac{L_N}{v}+\frac{(2\cdot x+n+1)\cdot v}{b}.
  • Ein Gang enthält nxn\cdot x Entnahmefächer, wobei nn die Anzahl der Fächer je Ebene und xx die Anzahl der Ebenen (bzw. Fachreihen) im Gangmodul beschreibt.
  • Die mittlere Weglänge entlang der Stirnseiten wird bei der Durchlaufstrategie analog zur Durchlaufidee berücksichtigt und geht in die Wegzeitformeln ein.
  • Im Beispiel gilt: 15 Positionen pro Auftrag, 1 KLT pro Lagerfach, insgesamt 5.000 KLTs; daraus folgt die Wahl zwischen Durchlaufstrategie mit Gangauslassung und Stichgangstrategie ohne Gangwiederholung.

💡 Eselsbrücke

Stichgang = Gang nur einmal; Durchlauf = „durchziehen“ und Stirnseitenwege nutzen (mit Gangauslassung).

📊 Übersichtstabellen

Aufteilen/Abwickeln/Sammeln: einstufig vs. mehrstufig; nacheinander vs. gleichzeitig

BausteinOptionenKernaussage
Aufteilen (Aufbauorganisation)einzonig/mehrzonigmehrzonig: Zonen trennen (z.B. gekühlt/nicht gekühlt) und Kommissionierer entnimmt nur aus seiner Zone
Abwickeln (Ablauforganisation)einstufig/mehrstufigeinstufig: Artikel separat je Kundenauftrag entnommen; mehrstufig: Artikel gemeinsam für mehrere Kundenaufträge entnommen, spätere Sortierung nötig
Sammeln (Betriebsorganisation)nacheinander/gleichzeitiggleichzeitig: Entnahmeauftrag auf mehrere Kommissionierer aufgeteilt, parallel entnehmen → spätere Zusammenführung nötig

⚠️ Häufige Fehler & Verwechslungen

  1. Mehrzonig mit einstufig verwechseln: Mehrzonig trennt Zonen, einstufig/mehrstufig beschreibt, ob Artikel je Kundenauftrag separat oder gemeinsam entnommen werden.
  2. Gleichzeitig falsch einordnen: „Gleichzeitig“ bedeutet parallele Bearbeitung desselben Entnahmeauftrags durch mehrere Kommissionierer und erfordert spätere Zusammenführung/Konsolidierung.
  3. Durchlaufstrategie vs. Stichgangstrategie vertauschen: Durchlauf nutzt „durchziehen“ (mit/ohne Gangauslassung), Stichgang geht nacheinander in Gänge/Fächer und kehrt zurück (mit/ohne Gangwiederholung).
  4. Midpoint-Strategie falsch merken: Es werden nur der erste und der letzte Gang komplett durchlaufen; die übrigen Gänge werden nicht vollständig abgefahren.
  5. Largest-Gap-Strategie missverstehen: Nicht „größte Lücke“ allgemein auslassen, sondern pro Gang die Distanzen (Gaps) bestimmen und die größte Distanz nicht laufen.
  6. Einfachspiel/Auslagerspiel/Doppelspiel verwechseln: Einfachspiel hat i.d.R. keine Leerfahrten für Rücklagerungen, Auslagerspiel hat Leerfahrt zum Entnahmefach und Rückfahrt zur Abgabe, Doppelspiel reduziert Leerfahrten,
  7. FIFO/LIFO/NINO verwechseln: FIFO = zuerst eingelagert raus (MHD/Chargen), LIFO = zuletzt eingelagert raus (z.B. Kanallager), NINO = nahe zur Basis/Einlager- und Entnahmestelle raus (Wegminimierung).

✅ Prüfungs-Checkliste

  1. Erkläre die Klassifizierung der Lagerungsarten/Kommissionierung anhand der Merkmale Bereitstellung, Bewegung, Entnahme und Abgabe und ordne das Pick-by-Light-Beispiel korrekt ein.
  2. Leite aus den Begriffen einzonig/mehrzonig sowie einstufig/mehrstufig die organisatorischen Folgen ab (Zonen trennen vs. später konsolidieren; gemeinsam holen vs. später sortieren).
  3. Beschreibe die organisatorischen Bausteine Aufteilen (einzonig/mehrzonig), Abwickeln (einstufig/mehrstufig) und Sammeln (nacheinander/gleichzeitig) und nenne jeweils die Kernaussage.
  4. Erkläre die Bewegungsstrategie „Kommissioniertour“ und das Travelling-Salesman-Problem (Rundreisendenproblem) sowie warum die optimale Route in der Praxis oft scheitert (unintuitiv, Stress, kreuzende Wege).
  5. Unterscheide Durchlaufstrategie mit/ohne Gangauslassung und Stichgangstrategie mit/ohne Gangwiederholung und ordne jeweils die typische Gangabdeckung zu.
  6. Erkläre Midpoint-Strategie und Largest-Gap-Strategie in der Ebene (vorn/hinten bzw. größte Lücke auslassen) und nenne die Rolle von Quergängen für Wegeflexibilität.
  7. Erkläre Bucket Brigades (Eimerkette) und den Unterschied zu festen Kommissionierzonen (Zonen ergeben sich flexibel durch Weitergabe; Zonengrößen passen sich an).
  8. Ordne in der Regalwand die Bewegungsabfolgen Einfachspiel, Auslagerspiel und Doppelspiel ein und erkläre, wann Rücklagerungen bei Teilentnahmen nötig sind.
  9. Erkläre Entnahmestrategie und Belegungsstrategie und nenne die Ziele/Grundvoraussetzungen (Warenart mit mehreren Plätzen; Ziele wie Wege minimieren, Raumausnutzung, Blockierungen vermeiden).
  10. Lege FIFO, LIFO und NINO korrekt fest (inkl. typische Gründe: MHD/Chargen, Umlagerungen vermeiden, Wegminimierung) und erkläre Restmengenbevorzugung als Entnahmeprinzip.
  11. Beschreibe Technikunterstützung beim Kommissionieren: warum der Kommissionierprozess komplex ist, was häufig automatisiert wird (Vorbereitung/Abtransport/Verschließen) und was meist manuell bleibt (Einlegen).
  12. Erkläre Spielzeit und Durchsatz (Durchsatz = Kehrwert der Spielzeit), wozu Spielzeiten dienen, wie sie ermittelt werden (Simulation/Messung/Mittelwertberechnung) und warum Worst-Case zusätzlich nötig ist.

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1. Wofür dient die Klassifizierung von Lagerungsarten in erster Linie?

2. Welche Aussage beschreibt die Bereitstellung am treffendsten?

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Lagerungsarten — Definition?

Unterschiedliche Formen der Lagerung und Bereitstellung.

Klassifizierung — Zweck?

Systematische Einteilung zur besseren Planung.

Bereitstellung — Bedeutung?

Wie Ware für die Kommissionierung bereitgestellt wird.

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