Ficha de revisão: Krise des Fortschritts in der Postmoderne

📋 Kursübersicht

  1. Krise des Fortschritts
  2. Pluralismus in der Postmoderne
  3. Postmoderne und Postmodernismus
  4. Sprache, Zeichen und Intertextualität
  5. George Tabori
  6. Thomas Bernhard
  7. Peter Handke
  8. Botho Strauß
  9. Christoph Ransmayr

📖 1. Krise des Fortschritts

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • No future : No future bezeichnet die Stimmung der Perspektivlosigkeit, die den Glauben an eine verlässliche Zukunft ersetzt.
  • lineares Zeitkonzept : Das lineare Zeitkonzept meint die Vorstellung unumkehrbarer, stetiger Fortschrittsbewegung, die Hoffnung auf Besserung begründet.
  • Ende der Geschichte : Ende der Geschichte steht für die Idee, dass die große Fortschrittslogik der Geschichte an Überzeugung verliert.
  • Ende der großen Erzählungen : Ende der großen Erzählungen beschreibt das Schwinden jener übergreifenden Zukunftsversprechen, die Sinn und Fortschritt global erklären wollten.

📝 Wesentliche Punkte

  • Die Ölkrise von 1973 und die folgende Rezession machten sichtbar, wie schnell erreichter Wohlstand durch Knappheit, etwa bei Rohstoffen, wieder zerstört werden kann.
  • Katastrophen wie der Chemieunfall in Seveso 1976 und der Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 zeigten, dass Fortschritt auch massive ökologische Schattenseiten hat.
  • Terroranschläge in Westeuropa führten zu Anti-Terror-Maßnahmen des Staates, die intensive Kontrolle und Einschränkungen individueller Freiheiten nach sich zogen.
  • Die als Versprechen verstandene Zukunftslogik der Moderne beruhte auf einer neuzeitlichen Idee irreversibler Zeit, wurde aber durch leere und gefährliche Herrschaftsversprechen der großen Ideologien untergraben.
  • Als Gegenbild zur Hippie-Parole „Peace, love and happiness“ brachte der Song „God Save the Queen“ (1977) der Sex Pistols das Lebensgefühl „No future“ auf den Punkt.

💡 Eselsbrücke

Peace, love and happiness (1960er) kippt zu „No future“ (1977): Das Lied steht wie ein Zeitstempel für die Fortschrittskrise.

📖 2. Pluralismus in der Postmoderne

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Pluralismus : Pluralismus bezeichnet eine Vielfalt gleichberechtigt nebeneinander bestehender und um Einfluss konkurrierender Gruppen, Organisationen, Meinungen, Ideen, Werte und Weltanschauungen.
  • Emanzipationsbewegungen : Emanzipationsbewegungen arbeiten verdrängte oder verschwiegenen Geschichten auf und stärken die Rechte Benachteiligter statt nur eine einheitliche Richtung zu verfolgen.
  • Frauenbewegung : Die Frauenbewegung gilt im deutschsprachigen Raum als zentrale Form einer pluralen Emanzipationsbewegung in den 1970er und 1980er Jahren.
  • Ökologische Bewegung : Die ökologische Bewegung wird im deutschsprachigen Raum als wichtige plural orientierte gesellschaftliche Kraft genannt, die parallel zu anderen Bewegungen existiert.

📝 Wesentliche Punkte

  • Die Postmoderne ersetzt ein totalisierendes Welterklärungsmodell durch viele kleinere Emanzipationsbewegungen.
  • Die Unübersichtlichkeit der Postmoderne-Debatten bleibt bis heute, auch weil es keine einheitliche Begriffsbestimmung gibt.
  • Plurale gesellschaftliche und ästhetische Erscheinungen können in den 1970er und 1980er Jahren nebeneinander bestehen, ohne sich zu einer einzigen Erzählung zu bündeln.
  • Im deutschsprachigen Raum werden besonders Frauenbewegung und ökologische Bewegung als bedeutsame Beispiele genannt.

💡 Eselsbrücke

Pluralismus = viele Kämpfe nebeneinander statt eine große „Master-Story“.

📖 3. Postmoderne und Postmodernismus

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Postmoderne : Der Begriff Postmoderne bezeichnet eher eine übergreifende Epoche nach der Moderne, die erst mit dem Übergang in eine neue Zeit nach der Postmoderne genau bestimmbar wird.
  • Postmodernismus : Der Begriff Postmodernismus bezeichnet eine Kunstströmung als Stilrichtung, die vorrangig über formale Merkmale erkennbar ist und nicht als Epochenbegriff allein taugt.
  • Intertextualität : Intertextualität ist der Bezug eines Textes auf andere Texte, der oft durch literarische und nichtliterarische Verweise sichtbar wird.
  • Metafiktionalität : Metafiktionalität ist die Thematisierung der Fiktionalität innerhalb eines fiktionalen Textes, also die Selbstanzeige als „gemachte“ Erzählung.
  • Widerspruch des Postmodernismus : Der Widerspruch des Postmodernismus beschreibt, dass eine Weigerung, noch innovativ sein zu wollen, zugleich eine neue Form von Innovation hervorbringt.

📝 Wesentliche Punkte

  • Postmoderne wird als Epochenbegriff für einen längeren Zeitraum verstanden, während Postmodernismus als kunstbezogener Stil über formale Merkmale gefasst wird.
  • Postmodernismus entstand in den 1960er Jahren, erreichte seinen Höhepunkt in den 1980er Jahren und klang gegen Ende des 20. Jahrhunderts bereits ab.
  • Der Postmodernismus weigerte sich, dem Innovationsimperativ der Moderne zu folgen, nutzte aber vorhandene Formen wieder und wurde dadurch trotzdem innovativ.
  • Als Wiederaufnahmen postmodernistischer Mittel gelten besonders Ironie und Paradoxon, die schon in Barock und Romantik zur pointierten Erkenntnisvermittlung dienten.
  • Intertextualität und Metafiktionalität gelten als wichtigste Merkmale postmodernistischer Literatur, reichen aber allein nicht zur Bestimmung einer literaturgeschichtlichen Epoche aus.
  • Ob solche Merkmale eine „Literatur der Postmoderne“ als Epoche konstituieren, hängt davon ab, wie sie sich zum kulturhistorischen und philosophischen Kontext verhalten.

💡 Eselsbrücke

Innovation ablehnen, vorhandene Formen nutzen, trotzdem neu wirken: Postmodernismus „verweigert“ Innovation und macht sie damit gerade erst sichtbar.

📖 4. Sprache, Zeichen und Intertextualität

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Signifikant : Ein Signifikant ist die wahrnehmbare sprachliche Form, die auf Bedeutungen verweist und dadurch Ketten von Verweisen auslöst.
  • Signifikat : Ein Signifikat ist die mögliche Bedeutung, die erst als Effekt der Beziehung zu Signifikanten entsteht und dabei nicht stabil bleibt.
  • Intertextuelles Zitieren : Intertextuelles Zitieren ist das bewusste Einsetzen erkennbarer fremder Formulierungen, das die Texttechnik selbst sichtbar macht.
  • Produktive Sprache : Produktive Sprache meint, dass Signifikanten nicht nur abbilden, sondern beim Lesen Wirkungen auslösen, die Wahrnehmen und Handeln beeinflussen können.

📝 Wesentliche Punkte

  • Signifikanten verweisen auf andere Signifikanten, wodurch Verkettungen entstehen und die Bedeutung beim Nachschlagen ständig weitergerückt wird.
  • Literatur wird als Literatur aus Literatur beschrieben, weil Texte auf ältere Texte Bezug nehmen und so die Entstehung neuer Bedeutungen fordern.
  • Intertextualität schafft einen indirekten, sachbezogenen Sprechweg, der die Sprachproblematik nicht ausklammert, sondern in die Reflexion integriert.
  • Zitate müssen im Text markiert sein, sonst wirkt das Ergebnis nur als Nachahmung ohne bewusste Technik.
  • In der postmodernen Haltung wird Vergangenheit, die nicht zerstört werden kann, mit Ironie und ohne unbefangene Unschuld neu ins Auge gefasst, sodass noch einmal über Liebe gesprochen werden kann.
  • Die Sprache hat nicht nur Repräsentationsfunktion, denn Signifikanten können Effekte erzeugen, die nicht genau im Voraus bestimmbar und nicht vollständig kontrollierbar sind.

💡 Eselsbrücke

Signifikant→Signifikant: Wie Nachschlagen, nur Bedeutungen rutschen weiter; Intertextualität macht das Spiel sichtbar, statt es naiv zu verstecken.

📖 5. George Tabori

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • György Tábori : Der Name George Taboris bezeichnet den Schriftsteller George Tabori bei seiner Geburt in Budapest.
  • Die Kannibalen : Ein Theaterstück Taboris, das im Konzentrationslager Auschwitz spielt und die Logik von Tod und Entmenschlichung dramatisch offenlegt.
  • Mutters Courage : Ein Theaterstück Taboris, dessen Titel an Brechts Mutter Courage anspielt und in Metaebenen das Erinnern sowie das Erzählen thematisiert.
  • Mein Kampf : Ein Theaterstück Taboris, in dem Adolf Hitler als fiktionale Figur erscheint und durch Ironie entmythisiert wird.
  • Goldberg-Variationen : Ein Theaterstück Taboris, das Geschichte und Kunst verschränkt, indem es Proben zu einer fiktiven Inszenierung der Bibel zeigt.

📝 Wesentliche Punkte

  • George Tabori wurde 1914 als György Tábori in einer jüdischen Familie in Budapest geboren, emigrierte 1935 nach London und zog 1950 nach New York, lebte ab 1971 in Deutschland und Österreich und starb 2007 in Berlin.
  • Tabori schrieb literarische Werke auf Englisch, während frühe und spätere Theatertexte auf Deutsch uraufgeführt und veröffentlicht wurden.
  • In Die Kannibalen entscheidet ein Wachmann, dass die Haftlinge fressen müssen und Wer sich weigert, in der Gaskammer getötet wird, wobei Ort und Handlung Auschwitz sind.
  • Die Kannibalen arbeitet mit einer Verschachtelung von Spielebenen, sodass das Stück Schauspiel und die Darstellbarkeit des Genozids reflektiert, statt den Holocaust naiv zu behandeln.
  • Mutters Courage ist ein Dialog zwischen Mutter und Sohn, in dem die Mutter vom Ausweichen vor der Deportation erzählt, während auf Metaebene Erinnern und autobiografisches Erzählen mitgedacht werden.

💡 Eselsbrücke

Kannibalen in Auschwitz: Rollen verschachteln Darstellung des Genozids statt naives Sprechen.

📖 6. Thomas Bernhard

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Innere Vorgänge in der Literatur : Das Interesse des Autors richtet sich auf nicht sichtbare innere Abläufe, weil sie einen Sinn besitzen, den äußere Dinge nicht leisten.
  • Frittatensuppe als Motiv : Ein wiederkehrendes Detail wird in Bernhards Texten variiert und sprachlich neu gebaut, sodass daraus ein rhythmisch-melodisches Klangbild entsteht.
  • Traktat über die Weltverbesserung : In „Der Weltverbesserer“ wird ein Traktat präsentiert, dessen zentrale These die Verbesserung durch Abschaffung der Welt fordert.
  • Virtuosen der Beschimpfung : Bernhards Figuren steigern Beschimpfungen bis zur Karikatur, bis der Inhalt leerzulaufen scheint und die Sprache selbst zum Kunstwerk wird.

📝 Wesentliche Punkte

  • Thomas Bernhard wurde 1931 in Heerlen geboren, wuchs in Österreich bei den mütterlichen Großeltern auf und erlebte das Ende der Kindheit nach seiner Heimunterbringung mit etwa 10 Jahren.
  • Mit 17 begann seine Krankheitskette mit einer Rippenfellentzündung und anschließend Tuberkulose, worauf ungefähr drei Jahre in Lungenheilanstalten folgten.
  • Er studierte Musik und Schauspiel in Salzburg, schrieb ab 1957 als freier Schriftsteller und starb 1989 in Oberösterreich.
  • In Bernhards Texten gibt es wenig nacherzählbare Handlung, weil die Aufmerksamkeit auf inneren Prozessen liegt, die niemand sieht.
  • In „Der Weltverbesserer“ führt die These, die Welt abzuschaffen, zu einem logischen Selbstwiderspruch, weil das Ich als Teil der Welt sich damit selbst vernichten müsste.

💡 Eselsbrücke

Bernhard dreht das Unsichtbare laut: Was keiner sieht, wird Sprache—und daraus wird in den Schimpftiraden Komik statt Betroffenheit.

📖 7. Peter Handke

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Publikumsbeschimpfung : Das Theaterstück von 1966 verzichtet radikal auf Handlung und Figuren und richtet den Text als direkte Ansprache ans Publikum.
  • Kaspar : Das Stück von 1967 nimmt das Kaspar-Hauser-Motiv auf und stellt vor allem Sprachentwicklung und Sprachmacht in den Mittelpunkt.
  • Sprache aus zweiter Hand : Die Vorstellung, dass Worte nicht ursprünglich gehören, weil sie bereits von anderen verwendet wurden, damit Authentizität unmöglich wird.
  • Neuntes Land : Die von Handke stilisierte Slowenien-Fiktion als märchenhaftes „Neuntes Land“, in der das Erzählen selbst pathetisch beschworen wird.

📝 Wesentliche Punkte

  • Peter Handke wurde 1942 in Altenmarkt in Kärnten geboren, studierte Rechtswissenschaften in Graz und erhielt 2019 den Nobelpreis für Literatur.
  • 1966 markiert Publikumsbeschimpfung einen Paradigmenwechsel in der Nachkriegdramatik, weil es keine Handlung und keine Charaktere im dramatischen Sinn enthält.
  • In Publikumsbeschimpfung sprechen die Sprecher den Text direkt ins Publikum, ohne Dialog, und prüfen damit Theaterkonventionen sowie dramatischen Text selbst.
  • Im Stück Kaspar (1967) wird Sprache als Instrument gezeigt, Wahrnehmungen zu ordnen und Handlungen zu planen, zugleich aber als Macht- und Manipulationsmittel genutzt.
  • Handkes Romane der 1970/80er Jahre verknüpfen Intertextualität mit Autoreflexivität, indem sie Bezüge u. a. zu Keller, Goethe, Kafka und Hofmannsthal sowie zur Romantik herstellen.
  • In Wunschloses Unglück (1972) verarbeitet Handke den Verlust seiner Mutter nach ihrem Selbstmord und setzt ihr ein literarisches Denkmal.

💡 Eselsbrücke

Publikumsbeschimpfung = „Zuschauer als Held“: Bühne baut sich ab, Ansprache ersetzt Handlung.

📖 8. Botho Strauß

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Unterkühlte Beziehungen : Unterkühlte Beziehungen sind die Darstellung von Menschen, die nebeneinander leben, nur über Floskeln kommunizieren und ihre Nähe als leer und einsam erleben.
  • Paare, Passanten : Paare, Passanten ist ein Werk, in dem weitgehend auf Handlung verzichtet wird, um die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen besonders sichtbar zu machen.
  • Sehnsucht nach Liebe : Sehnsucht nach Liebe bezeichnet Strauß’ Motiv, Leere in der Gegenwart zu füllen, wobei die ersehnte Liebe oft nur als Sexualität im Alltag realisiert wird.
  • Anschwellender Bocksgesang : Anschwellender Bocksgesang ist ein 1993 veröffentlichter Essay, der wegen problematischer sprachlicher Gestaltung und inhaltlicher Behauptungen viel Unmut auslöste.

📝 Wesentliche Punkte

  • Botho Strauß wurde 1944 in Naumburg an der Saale geboren und arbeitete u. a. als Theaterkritiker sowie als Dramaturg an der Schaubühne Berlin mit Peter Stein.
  • In den 1970er Jahren waren seine Theaterstücke sehr erfolgreich, und viele frühe Prosatexte haben kaum nacherzählbare Handlung oder lassen mehr Fragen offen als Antworten.
  • Strauß verwischt häufig die Grenze zwischen Wirklichkeit und Einbildung, sodass offen bleibt, ob etwas wirklich geschieht oder nur eine Wahnvorstellung im Kopf einer Figur ist.
  • Sein Interesse gilt besonders der genauen Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen, wie etwa in Paare, Passanten (1984), wo auf Geschichte und Handlung weitgehend verzichtet wird.
  • In den 1980er Jahren verbindet Strauß die Darstellung unterkühlter Beziehungen mit der Sehnsucht nach einer Liebe, die im Alltag als rationalisierte und banalisierte Sexualität erscheint.
  • 1993 erregte der im Spiegel veröffentlichte Essay Anschwellender Bocksgesang viel Unmut, weil Ton und pseudo-anthropologische Behauptungen als problematisch galten und die Relevanz minderten.

💡 Eselsbrücke

Unterkühlt sprechen, einsam fühlen, Sehnsucht bleibt kalt: Bei Strauß füllt Liebe oft nur die Leere als rationalisierte Sexualität.

📖 9. Christoph Ransmayr

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Die Schrecken des Eises : Der Roman handelt von einer österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition und verbindet historische Fakten mit fiktionalen Darstellungen.
  • Die letzte Welt : Der Roman verlegt antike Bezüge in den Kontext der 1980er Jahre und thematisiert Ovid, Träume und fiktionale Wirklichkeit.
  • Fakten-und-Fiktion-Mix : Das Erzählverfahren kombiniert gut belegte Daten mit erfundenen Handlungszügen und schafft so mehrdeutige Wirklichkeitseffekte.
  • Nichtfiktionale Textpassagen : Die Einfügung zitierter Bericht- und Tagebuchausschnitte macht die Grenze zwischen Quelle und Erfindung im Text sichtbar.

📝 Wesentliche Punkte

  • Ransmayrs erster Roman Die Schrecken des Eises und der Finsternis erzählt die Erkundung des Nördlichen Eismeers (1872–1874) unter Carl Weyprecht und Julius Payer.
  • In Die Schrecken des Eises und der Finsternis werden Fakten und Fiktion auch formal durch nicht-fiktionale, zitierte Textpassagen aus Berichten und Tagebüchern verbunden.
  • Ransmayrs Roman Die letzte Welt erschien 1988 und greift als postmodernes Merkmal auf Eklektizismus und Intertextualität zurück.
  • Als Folie dienen Ovids Metamorphosen und biografische Anspielungen, wobei der Ort Tomi am Schwarzen Meer (heute Constanța) eine doppelte Lesart bietet.
  • In Die letzte Welt reist der Römer Cotta nach Tomi, um Ovid und ein vermeintlich verlorenes Buch zu finden, während eine aus der Zeit gefallene Alltagswelt beschrieben wird.
  • Die letzte Welt wurde 1990 ins Slowenische übersetzt.

💡 Eselsbrücke

Schrecken des Eises: 1872–1874 als Expedition + Tagebuchzitate; Letzte Welt: Ovid-Metamorphosen 1980er-Spiegel mit Cotta-Suche.

📅 Wichtige Daten

DatumEreignis
1973Ölkrise und folgende wirtschaftliche Rezession als Auslöser/Beleg der Fortschrittskrise
1977Song „God Save the Queen“ als Pointierung des Lebensgefühls „No Future“; außerdem Diskussionen/Schwerpunkt Grenzüberschreitung
1986Reaktorunfall von Tschernobyl als weiteres Beispiel für ökologische Schattenseiten des Fortschritts
1966Handkes „Publikumsbeschimpfung“ (Paradiemenwechsel: keine Handlung, direkte Ansprache)

📊 Übersichtstabellen

Postmoderne vs. Postmodernismus

BegriffZuordnungBestimmung
PostmoderneEpochenbegrifflängerer Zeitraum nach der Moderne, erst nachfolgende Epoche macht ihn genauer bestimmbar
PostmodernismusStilrichtungentstand als Kunstströmung: v. a. formale Merkmale, daher nicht als reiner Epochenbegriff taugt
Entstehungs-/Verlaufshorizontzeitlich versetztPostmodernismus: 1960er Entstehung, Höhepunkt 1980er, Abklang gegen Ende des 20. Jh.

⚠️ Häufige Fehler & Verwechslungen

  1. „Postmoderne“ und „Postmodernismus“ verwechseln: Postmoderne eher Epoche, Postmodernismus primär Stilrichtung nach formalen Merkmalen.
  2. „No future“ nur als Trend in der Popkultur denken; im Kurs steht es für Perspektivlosigkeit, ausgelöst u. a. durch Ölkrise, Rezession und Gewalt.
  3. Intertextualität als bloßes „Zitat“ missverstehen: Im Kurs sind Bezüge über Signalisierung/Technik entscheidend (sonst nur Nachahmung).
  4. Metafiktionalität mit Intertextualität gleichsetzen: Metafiktionalität thematisiert die Fiktionalität im Text selbst; Intertextualität verweist auf andere Texte.
  5. Bei Zeichenlehre die Kette falsch lesen: Signifikanten verweisen auf andere Signifikanten, Bedeutungen „entgleiten“; nicht beliebige freie Bedeutungen.
  6. Taboris Verschachtelung als „nur“ weitere Stilspielerei verstehen: Sie reflektiert Darstellbarkeit des Genozids und vermeidet naives Sprechen.
  7. Bernhard so lesen, als ginge es nur um negative Weltsicht: Im Kurs ist zentral, dass innere Vorgänge/Logik der Thesen (z. B. Weltabschaffung) sprachlich inszeniert werden.

✅ Prüfungs-Checkliste

  1. Erkläre die Fortschrittskrise mit mindestens drei Motiven aus dem Kurs: Ölkrise 1973, Umweltkatastrophen (Seveso 1976/Tschernobyl 1986) und neue Anti-Terror-Kontrolle nach Terroranschlägen.
  2. Definiere „No future“, „lineares Zeitkonzept“, „Ende der Geschichte“ und „Ende der großen Erzählungen“ und erkläre, warum der Glaube an linearen Fortschritt untergraben wurde.
  3. Ordne den Pluralismus ein: Was meint Pluralismus im Kurs, und wie ersetzen „viele kleinere Emanzipationsbewegungen“ das totalisierende Welterklärungsmodell?
  4. Unterscheide Postmoderne (Epochenbegriff) und Postmodernismus (Stilrichtung) und nenne die im Kurs genannten Zeitmarker (Entstehung/Höhepunkt/Abklang).
  5. Erkläre den Widerspruch des Postmodernismus: Warum ist die „innovative Weigerung, innovativ zu sein“ zugleich wieder Innovation?
  6. Lege dar, warum Intertextualität und Metafiktionalität allein keine Epoche konstituieren: Entscheidend ist die Beziehung zum kulturhistorischen/philosophischen Kontext.
  7. Zeichentheorie sicher wiedergeben: Trenne Signifikant/Signifikat, erkläre die Verkettung der Signifikanten (Wörterbuch-Beispiel) und die Idee produktiver Sprache (Effekte nicht vollständig kontrollierbar).
  8. Verknüpfe Eco-Idee mit Technik: Warum ist „Ironie ohne Unschuld“ für die postmoderne Haltung zentral und wie werden Zitate markiert, damit Technik bewusst bleibt?
  9. Nenne bei George Tabori zentrale Stücke und Kernideen: „Die Kannibalen“ (Auschwitz, Spielebenen/Metaebene) und „Mutters Courage“ bzw. „Mein Kampf“ (Ironie/Entmythisierung).
  10. Beschreibe Thomas Bernhards Schwerpunkt: „Innere Vorgänge“ statt Sichtbares, die Rolle von Motiven wie „Frittatensuppe“ und den logischen Selbstwiderspruch im „Weltverbesserer“.
  11. Erkläre Handkes Theaterprinzip in „Publikumsbeschimpfung“ (keine Handlung/keine Dialoge, direkte Ansprache) sowie „Kaspar“ (Sprache als Instrument und „zweite Hand“).
  12. Ordne Ransmayrs Verfahren und Werke ein: Fakten-und-Fiktion-Mix, nicht-fiktionale zitierte Passagen sowie die postmodern belegten Bezüge (z. B. „Die Schrecken des Eises…“ und „Die letzte Welt“).

Teste seu conhecimento

Teste seu conhecimento sobre Krise des Fortschritts in der Postmoderne com 18 perguntas de múltipla escolha com correções detalhadas.

1. Was beschreibt der Begriff „No future“ im Zusammenhang mit der Fortschrittskrise am treffendsten?

2. Welche Entwicklung machte die Fortschrittskrise der 1970er und 1980er Jahre besonders sichtbar?

Faça o quiz →

Revisar com flashcards

Memorize os conceitos chave de Krise des Fortschritts in der Postmoderne com 18 flashcards interativos.

Krise des Fortschritts — Motive?

Ölkrise 1973, Umweltkatastrophen, Anti-Terror-Maßnahmen

No future — Bedeutung?

Perspektivlosigkeit, Ersatz für Glauben an Zukunft

Lineares Zeitkonzept — Bedeutung?

Unumkehrbare, stetige Fortschrittsbewegung

Veja os flashcards →

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