Revision sheet: Gesundheit, Prävention und Wirbelsäule

Kursübersicht

  1. Gesundheitsbegriffe und WHO-Definition
  2. Biomedizinisches Gesundheitsmodell
  3. Soziologisches und psychologisches Modell
  4. Gesundheitsfaktoren und Gesundheitsverhalten
  5. Prävention und Gesundheitsförderung
  6. Public Health und Ottawa-Charta
  7. Gesundheitsförderung im Pflegeberuf
  8. Stress und seine Reaktionen
  9. Aufbau und Abschnitte der Wirbelsäule
  10. Wirbel, Bandscheiben und Degeneration

1. Gesundheitsbegriffe und WHO-Definition

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Gesundheit nach WHO : World Health Organisation, 1946 — der Zustand des völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen
  • Krankheit : Krankheit ist nach Psychrembel eine Störung der Lebensvorgänge in Organen oder im gesamten Organismus mit subjektiv empfundenen beziehungsweise objektiv feststellbaren körperlichen, geistigen oder seelischen Veränderungen.
  • Gesundheit nach Psychrembel : Nach Psychrembel ist Gesundheit das subjektive Empfinden des Fehlens körperlicher, geistiger und seelischer Störungen oder ein Zustand, in dem Erkrankungen und pathologische Vorgänge nicht nachgewiesen werden können.

Wesentliche Punkte

  • Der WHO-Ansatz bestimmte Gesundheit erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg multidimensional und versteht Gesundheit und Krankheit interdisziplinär, multidimensional und mehrperspektivisch. — World Health Organisation, 1946

2. Biomedizinisches Gesundheitsmodell

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Biomedizinischer Ansatz : Der biomedizinische Ansatz versteht den Menschen als Träger von Krankheiten und erklärt Krankheit als körperliche Funktionsstörung, die durch genaue Diagnostik der Organsysteme erfasst und behandelt werden kann.

★ Unbedingt können

📌 Im biomedizinischen Modell entsteht Krankheit nach dem monokausalen Kausalitätsprinzip durch eine Ursache, die behandelt werden muss.

  • Der biomedizinische Ansatz nutzt beobachtbare körperliche Symptome und objektiv messbare Werte, die mit Normwerten verglichen werden, um Gesundheit und Krankheit anhand von Abweichungen zu diagnostizieren.

Ergänzungen

  • Der biomedizinische Ansatz ist in der Schulmedizin sowie in der Ausbildung von Pflegefachassistentinnen, Pflegefachassistenten, Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern gebräuchlich und gesellschaftlich anerkannt.

Eselsbrücke

Objektiv messbare Körperwerte statt sozialer oder psychischer Deutung

3. Soziologisches und psychologisches Modell

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Soziologischer Ansatz : Hurrelmann, 2016 — Der soziologische Ansatz betrachtet den Menschen als soziales Wesen und erklärt Krankheit über soziale, kulturelle, ökonomische und ökologische Bedingungsfaktoren seiner Umwelt.
  • Psychologischer Ansatz : Der psychologische Ansatz führt Erkrankungen auf eine angeborene oder in der Kindheit erworbene Störung des innerpsychischen Gleichgewichts zurück.

★ Unbedingt können

📌 Im soziologischen Modell gilt ein Mensch als krank, wenn er die an seine soziale Rolle gestellten Aufgaben nicht mehr erfüllen kann und leistungsunfähig wird.

Ergänzungen

  • Zu den Einflussbereichen gehören: Familienstruktur, Freundeskreis, Arbeitsbedingungen, konkrete soziale und ökonomische Lage beziehungsweise Schichtzugehörigkeit

  • Nach der klassischen Psychoanalyse nach Siegmund Freud entsteht Krankheit, wenn das Ich keinen Ausgleich zwischen Über-Ich und Es erreicht und dadurch die körperliche und seelische Homöostase aus dem Gleichgewicht gerät. — Klassische Psychoanalyse

Eselsbrücke

Soziale Rolle und Umwelt stehen dem innerpsychischen Gleichgewicht gegenüber

4. Gesundheitsfaktoren und Gesundheitsverhalten

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Gesundheitsverhalten : alle menschlichen Verhaltensweisen, die der persönlichen Gesundheit dienen oder schaden können
  • Gesundheitspsychologie : Gesundheitspsychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten eines Menschen im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit.

★ Unbedingt können

  • Gesundheit und Krankheit werden durch genetische und biologische Faktoren, psychische und persönlichkeitsbezogene Faktoren, Lebensstil und Verhalten, das soziale Umfeld sowie ökonomische, kulturelle und physische Umweltfaktoren beeinflusst.

Ergänzungen

  • Das Regenbogenmodell beschreibt Einflussfaktoren auf die Gesundheit nach Whitehead und Dahlgren aus dem Jahr 1991.

Eselsbrücke

Gene – Psyche – Lebensstil – Umfeld – Umwelt

5. Prävention und Gesundheitsförderung

★ Unbedingt können

📌 Gesundheitsförderung stärkt gesundheitliche Ressourcen und Selbstbestimmung, während Krankheitsprävention Krankheitsrisiken zurückdrängt und das Auftreten oder Fortschreiten von Krankheiten verhindert.

  • Primärprävention findet vor dem Auftreten einer Krankheit statt und soll durch Risikoreduktion die Inzidenz verringern, beispielsweise durch Impfungen.

  • Sekundärprävention findet im Frühstadium einer Krankheit statt und soll deren Fortschreiten oder Chronifizierung eindämmen, beispielsweise durch Vorsorgeuntersuchungen.

Ergänzungen

  • Tertiärprävention findet nach der Manifestation oder Akutbehandlung einer Krankheit statt und soll Folgeschäden und Rückfälle vermeiden, beispielsweise durch Rehabilitationsmaßnahmen.

Eselsbrücke

Primär: verhindern – Sekundär: eindämmen – Tertiär: Folgen vermeiden

6. Public Health und Ottawa-Charta

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Public Health : Public Health untersucht die Gesundheit der Bevölkerung und bestimmter Bevölkerungsgruppen unter Einbezug menschlicher Biologie, Umweltbedingungen, Lebensweisen und des Gesundheitssystems.

Wesentliche Punkte

  • Am 21. November 1986 verabschiedete die erste Internationale Konferenz zur Gesundheitsförderung in Ottawa die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung.

  • Die drei Handlungsgrundlagen sind:

    • Interessen vertreten
    • befähigen und ermöglichen
    • vermitteln und vernetzen

📌 Verhaltensprävention verändert individuelles Gesundheitsverhalten, während Verhältnisprävention die Lebensbedingungen und die Umwelt von Personen verändert.

7. Gesundheitsförderung im Pflegeberuf

★ Unbedingt können

  • Zu den Maßnahmen gehören:

    • körperliche Aktivität
    • gesundes Ernährungsverhalten
    • Unfallschutz
    • lebenslanges Lernen
    • Abbau sozialer Ungleichheit
    • soziale Beziehungen
  • Pflegefachassistentinnen und Pflegefachassistenten sind hohen physischen und psychischen Belastungen durch steigende Patientenzahlen, verkürzte stationäre Verweildauern, Personalabbau und Arbeitsverdichtung ausgesetzt.

📌 Die besten Ergebnisse der Gesundheitsförderung im Pflegeberuf liefern Mehrkomponentenprogramme, die verhaltenspräventive Schulungen und Bewegungsprogramme mit verhältnispräventiven Maßnahmen wie technischen Hebehilfen kombinieren.

Ergänzungen

  • Organisatorische Belastungen umfassen: reduzierten Personalstand, steigende Patientenzahlen, Zunahme schwerstpflegebedürftiger und multimorbider Patienten, erhöhten Zeitdruck und mehr administrative Aufgaben, hohen Krankenstand, Mängel der Arbeitsorganisation

Eselsbrücke

Mehr Belastungen → kombinierte Verhaltens- und Verhältnisprävention

8. Stress und seine Reaktionen

★ Unbedingt können

📌 Eu-Stress ist positiver Stress, der anregt, motiviert und zu Handlungen führt, während Di-Stress negativer Stress ist, der Angst und Unsicherheit auslöst und Ausweichen, Flucht oder Blockierungen begünstigt. — Hans Seyle, 1956

  • 🔄 Das allgemeine Anpassungssyndrom verläuft über:

    1. Alarmreaktion
    2. Widerstandsphase
    3. Erschöpfungsphase
  • In der Alarmreaktion aktivieren Sympathikus und Nebennierenmark den Körper, wobei unter anderem Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und Corticosteron ausgeschüttet werden und Herzfrequenz, Blutzucker, Atmung und Blutdruck steigen.

Ergänzungen

📌 In der Erschöpfungsphase gehen die Anpassungsmöglichkeiten verloren, die Funktionen des Immunsystems und der Geschlechtsdrüsen werden beeinträchtigt und langfristig können unter anderem Hypertonie, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen sowie Allergien und Entzündungskrankheiten entstehen.

Eselsbrücke

Alarmreaktion → Widerstandsphase → Erschöpfungsphase

9. Aufbau und Abschnitte der Wirbelsäule

★ Unbedingt können

  • Die fünf Abschnitte sind:

    • Halswirbelsäule mit 7 Wirbeln
    • Brustwirbelsäule mit 12 Wirbeln
    • Lendenwirbelsäule mit 5 Wirbeln
    • Kreuzbein mit 5 verschmolzenen Wirbeln
    • Steißbein mit 3 bis 5 rudimentären Wirbeln
  • Die aufrecht stehende Wirbelsäule ist doppelt-S-förmig gekrümmt und besitzt Lordosen im Hals- und Lendenbereich sowie Kyphosen im Brust- und Sakralbereich.

Ergänzungen

📌 Die Krümmungen der Wirbelsäule ermöglichen zusammen mit den Zwischenwirbelscheiben die Dämpfung axialer Stöße.

  • Das Kreuzbein ist ein dreieckiger, abgeplatteter Knochen aus fünf Wirbeln, die bis zum 25. Lebensjahr miteinander verschmelzen, während die vier bis fünf Wirbelreste des Steißbeins bis zum 30. Lebensjahr verschmelzen.

Eselsbrücke

Eine doppelte S-Kurve mit fünf aufeinanderfolgenden Wirbelsäulenabschnitten

10. Wirbel, Bandscheiben und Degeneration

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Bandscheibe : Die Bandscheibe liegt zwischen benachbarten Wirbelkörpern, besteht aus dem kollagenen Faserring Anulus fibrosus und dem gallertartigen Nucleus pulposus und polstert die Wirbelsäule bei Gewichts- und Druckbelastungen.

★ Unbedingt können

  • Ein typischer Wirbel besteht aus:
    • Wirbelkörper
    • Wirbelbogen mit Wirbelloch
    • oberen und unteren Gelenkfortsätzen
    • Querfortsätzen
    • Dornfortsatz

📌 Der Atlas besitzt anstelle eines Wirbelkörpers einen knöchernen Ring und ermöglicht im oberen Kopfgelenk Nickbewegungen, während der Axis den Dens axis besitzt, um den sich der Atlas im unteren Kopfgelenk zur Kopfdrehung bewegt.

📌 Bandscheiben besitzen keine Blutgefäße und ernähren sich durch Diffusion, wobei der regelmäßige Wechsel von Be- und Entlastung Flüssigkeits- und Nährstoffaustausch ermöglicht.

📌 Bei einer Protrusion bleibt der Faserring zunächst intakt und der Gallertkern wölbt sich vor, beim Prolaps reißen Faserringanteile und der Kern tritt vor, während sich bei der Sequestration ein ausgetretener Teil vollständig von der Bandscheibe abkapselt.

Ergänzungen

📌 Freie Sequester können in den Spinalkanal eintreten und deutliche neurologische Ausfälle bis hin zu Lähmungen oder Inkontinenz verursachen, weshalb eine Operation notwendig sein kann, um weitere Ausfälle zu verhindern.

Eselsbrücke

Protrusion → Prolaps → Sequestration

Übersichtstabellen

Präventionsformen im Vergleich

FormInterventionszeitpunktZielBeispiel
Gesundheitsförderungvor beziehungsweise unabhängig von KrankheitRessourcen und Schutzfaktoren stärkenGesundheitsunterricht
Primärpräventionvor KrankheitInzidenz durch Risikoreduktion verringernImpfungen
SekundärpräventionFrühstadium der KrankheitFortschreiten oder Chronifizierung eindämmenVorsorgeuntersuchungen
Tertiärpräventionnach Manifestation oder AkutbehandlungFolgeschäden und Rückfälle vermeidenRehabilitationsmaßnahmen

Bandscheibendegenerationen

VeränderungFaserringKern und Folgen
Protrusionzunächst intaktKern wölbt sich vor und kann leicht auf Nerven drücken
ProlapsgerissenKern tritt vor, kann Nervenwurzeln komprimieren und ausstrahlende Schmerzen verursachen
Sequestrationgerissen und abgekapseltAbgetrennter Anteil gelangt in den Spinalkanal und kann neurologische Ausfälle verursachen

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1. Wie definiert die Weltgesundheitsorganisation Gesundheit?

2. Welche Aussage beschreibt Krankheit nach Psychrembel am zutreffendsten?

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Wie definiert die WHO Gesundheit?

Gesundheit ist der Zustand völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens.

Wann prägte die WHO ihren multidimensionalen Gesundheitsbegriff?

Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wie versteht die WHO Gesundheit und Krankheit?

Interdisziplinär, multidimensional und mehrperspektivisch.

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